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Methoden zur Bestimmung von Übergewicht
und zur Messung der Fettverteilung  

I.) Methoden zur Bestimmung von Übergewicht
  1. BMI(=Body-Mass-Index )
  2. Methode nach Broca
  3. Bioelektrische Impedanz-Analyse 
  4. weitere Methoden

II.) Messung der Fettverteilung

 

I.) Methoden zur Bestimmung von Übergewicht

Der BMI

Der Körpermassenindex bzw. Body-Mass-Index (= BMI ), wird aus dem Körpergewicht und der Körpergröße berechnet.

Der in dieser Formel errechnete Index wird an Hand verschiedener Tabellen interpretiert. So wird das wünschenswerte Körpergewicht mit Hilfe des BMI festgelegt (siehe Tabelle weiter unten). Weiterhin werden durch den BMI die Ausprägungen von Übergewicht (aber auch die Ausprägungen von Unterernährung ) definiert. Den BMI findet man auch häufig in vielen wissenschaftlichen Studien, um die negativen Folgeerscheinungen von Übergewicht  zu verdeutlichen (siehe  Grafik weiter unten "Regelmäßige Inanspruchnahme des Allgemeinarztes..." ).
Für Kinder im Wachstumsalter ist die weiter oben abgebildete  Formel nicht anwendbar (2).

Einteilung des Körpergewichts nach BMI
BMI < 20Untergewicht (Frauen zwischen 16 und 24 Jahren werden mit BMI-Wert zwischen 19-20 als 'Normalgewichtig' eingestuft)
BMI 20 - 24Normalgewicht
BMI 25 - 29leichtes bis mäßiges Übergewicht
BMI 30 - 39deutliches Übergewicht
BMI > 40sehr starkes Übergewicht
Quelle: nach Hauner, Leichter durchs Leben. TRIAS - Georg Thieme Verlag 1996

altersabhängige Definition eines wünschenswerten BMI1.)
Altersgruppe
wünschenswerter BMI
19-24 Jahre
25-34 Jahre
35-44 Jahre
45-54 Jahre
55-64 Jahre
>= 65 Jahre
19-24
20-24
21-26
22-27
23-28
24-29
Quelle: National Research Council ( der USA): Diet and Health. Implications for Reducing Chronic Disease Risk. National Academy Press, Washington D.C. (1989)
1.) als wünschenswerter BMI, ist der BMI- Wert gemeint, der nach dem National Research Council mit der höchsten Lebenserwartung einhergeht.
Anmerkung: BMI-Werte über 25 können bei vorliegender Stoffwechselstörung wie z.B Diabetes mellitus u.a oder aber auch bei einem ungünstigen T/H-Quotient (siehe weiter unten) können aus gesundheitlicher Sicht problematisch sein, d.h unter bestimmten Voraussetzungen sollte auch bei einem 'wünschenswerten'  BMI eine Gewichtsreduktion erfolgen. Liegt der BMI über dem 'wünschenswerten' BMI, sollte auch ohne vorliegende medizinische Komplikationen eine Gewichtsreduktion angestrebt werden.

 

Regelmäßige Inanspruchnahme des Allgemeinarztes
in Korrelation zu dem BMI

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Methode nach Broca

Nach Broca wird das Normal-bzw. Sollgewicht nach der folgenden einfachen Formel berechnet: 

Körpergröße in cm minus 100 = Normal-bzw. Sollgewicht

Diese Formel gilt für Männer. Bei Frauen werden üblicherweise noch 5-10% abgezogen.
Bei Kindern gilt diese Methode zur Bestimmung des Normal-bzw. Sollgewichtes nicht.
Wenn ihr Gewicht den errechneten Wert um bis zu 10 % über- bzw. unterschreitet liegen Sie im Normalbereich
Vorteile: Mit der Broca-Formel kann  Über-bzw. Untergewicht leicht berechnet werden.
Nachteile: Das Broca-Sollgewicht hängt stark von der Körpergröße ab, d.h bei besonders großen oder kleinen Menschen ist  diese Berechnungsformel ungeeignet (2).

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 Bioelektrische Impedanz Analyse (BIA)

Die Bestimmung der Körperfettmasse durch die bioelektrische Impedanz-Analyse beruht auf dem Prinzip, daß verschiedene Körpergewebe (Körperfettmasse, Muskulatur, Knochen) bei Stromdurchfluß unterschiedliche Widerstände aufbauen. Aus den Widerstandsmessungen und anderen Größen läßt sich  die Körperfettmasse bestimmen. Die verwendeten Stromstärken sind gesundheitlich unbedenklich und nicht spürbar. Bei Personen mit Herzschrittmachern sollte diese Methode allerdings nicht eingesetzt werden.
In den letzten Jahren findet man diese Methode häufiger in diversen Fitneß-Studios. Dazu muß aber erwähnt werden, daß die Meßergebnisse dieser Methode durch verschiedene Störfaktoren, die häufig durch nicht fachkundige Bedienung der Meßgeräte verursacht werden, zu falschen Werten der Körperfettmasse führen können. (siehe auch weiter unten Körperfettwaagen
Vorteile: genaues Maß für Körperfett, unabhängig von Körpergröße und Köperbau
Nachteile: Störfaktoren können Meßergebnisse verfälschen. Es entstehen Kosten, die für die Behandlung des Übergewichts nicht notwendig sind (7).

Körperfettwaagen:
Die in letzter Zeit immer häufiger verkauften Körperfettmessgeräten, zur Bestimmung des Fettanteils an der Gesamtkörpermasse, funktionieren auch nach dem Prinzip der Bioelektrischen Impedanzanalyse.
Die Zeitschrift ÖKO-Test (ÖKO-TEST-Magazin 03/2003) hat Anfang des Jahres 2003, 16 Körperfettwaagen mit dem Ergebnis getestet, dass fast alle Körperfettmessgeräte falsche Ergebnisse lieferten. Bei den meisten Geräten war die Messabweichung von dem tatsächlichen Referenzwert zu hoch und / oder durch schlechten Bedienungskomfort, wurden benutzerbedingte Messfehler verursacht.
Aber auch Waagen mit einem genauen Messergebnis und einer benutzerfreundlichen Bedienung sind nicht unbedingt eine Kaufempfehlung. So vielen in dem Test etliche Körperfettwaagen durch, weil man in den Handbüchern häufig falsche Angaben zur Interpretation der Messergebnisse findet, durch diese Fehlinterpretationen, kann einem "Normalgewichtigen" suggeriert werden, als fettsüchtig zu gelten. (ÖKO-TEST, Ernährung & Genuss Nr.03 -Diäten: Richtig gut abnehmen- "Test: Körperfettmessgeräte", S.42 ff, 2003)
(Informationen über das richtige Verhältnis von Körperfett zur Körpermasse )
Für mich persönlich tragen moderne Körperfettwaagen bzw. die Kenntnis des genauen Verhältnis von Körperfett zu Körpermasse, nicht wesentlich zur Durchführung einer erfolgreichen Diät bei.
Wesentlich hilfreicher zum Erreichen eines dauerhaften Wunschgewichtes kann eine mehrjährige Dokumentation der Messergebnissen des reinen Körpergewichts sein.
Dabei sollte einmal im Monat das Körpergewicht ermittelt und notiert werden. Mit dem Hintergrund, dass für eine erfolgreiche Gewichtsreduktion eine realistische Zielsetzung eingeplant werden sollte und hierzu ist es in der Regel besser langfristig und stetig wenige Kilos zu verlieren, als kurzfristig viele Kilos abzunehmen. (Ausnahme siehe unter Wissenswerte über das Abnehmen).
So ist ein um 3-5 Kilogramm (bzw. um 5-10 Prozent vom Gesamtkörpergewicht) reduziertes Körpergewicht im Laufe eines Jahres mehr wert, als eine zwischenzeitliche und kurzfristige Gewichtsreduktion von 15 Kilogramm, wenn dann beispielsweise nach Weihnachten, auf der Waage wieder das gleiche oder höhere Gewicht des vergangenen Jahres angezeigt wird. Deswegen sollten die Messergebnisse des Körpergewichts zu markanten Termine (z.B. vor / nach Weihnachten, Ostern, Urlaub etc.) eines Jahres mit den entsprechenden Jahreswerten verglichen werden.
Tabelle zur Dokumentation des Körpergewichts bitte hier klicken

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Weitere Methoden

Neben den oben genannten Methoden gibt es noch andere, die ich an dieser Stelle nur kurz erwähnen möchte.
So eignet sich zum Messen von Bauchfett die Computertomographie ( diese Methode ist aber ebenfalls sehr kostenintensiv und oftmals unnötig, denn Bauchfett läßt sich auch leicht äußerlich erkennen).
Die Hautfaltendicken-Messung ist eine geeignete Methode, das Körperfett bei Kindern zu messen.
Die Unterwasserwägung bzw. das DEXA-Verfahren ist eine relativ aufwendige Methode zur Bestimmung des Körperfettes. Bei diesem Verfahren wird die physkalische Eigenschaft von Fett ( Fett ist leichter als Wasser) ausgenutzt. Aus der Differenz aus normal gewogenem Gewicht und unter Wasser gewogenem Gewicht errechnet sich der Körperfettanteil (7).

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II.) Messung der Fettverteilung

Messung der Fettverteilung (der T/H- Quotient)

Gesundheitliche Komplikationen als Folge von Übergewicht hängen nicht ausschließlich von dem Ausmaß des Übergewichts ab. So zeigen wissenschaftliche Untersuchungen, daß eine Gewichtszunahme im Gesäß-und Oberschenkelbereich (= Birnen-Typ) weitaus weniger gefährlich ist als eine Fettvermehrung im Bauchraum (Apfel-Typ). Menschen mit bauchbetonter Fettverteilung (Apfel-Typ) leiden viel häufiger an Diabetes, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen oder Arteriosklerose als Menschen mit hüftbetonter Fettverteilung (Birnen-Typ).
Aus medizinischer Sicht wird diese Tatsache folgendermaßen begründet:
Bauchfettzellen sind viel stärker durchblutet und von Nervenzellen durchzogen als Fettzellen aus anderen Regionen. Dadurch kann das Fett in den Bauchfettzellen viel rascher freigesetzt werden, weswegen der 'Apfel-Typ' häufiger an den oben genannten gesundheitlichen Komplikationen leidet als der 'Birnen-Typ'.

Eine Methode, die Fettverteilung eines Menschen zu bestimmen, wird durch die Berechnung des sogenannten 'Taille-Hüft-Quotienten (T/H Quotient) gegeben. Dazu benötigt man lediglich ein Haushaltsmaßband mit dem man den Taillenumfang (zwischen Becken und unterster Rippe) und den breitesten Hüftumfang bestimmt. Diese beiden Werte müssen dann geteilt werden.
Bild im gif-Format: siehe No-Frame
Der Taille-Hüft-Quotient sollte bei Männr kleiner als 1,0 und bei Frauen kleiner als 0,85 sein. Mit dem Älterwerden nimmt dieser Quotient leicht zu, sollte aber dennoch die genannten Grenzwerte nicht überschreiten. Weiterhin ist  zu beachten, daß ein Taillenumfang von über 100 cm, unabhängig von dem Hüftumfang, als ungünstig zu betrachten ist (13).

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Inhalt dieser Seite 01.12.1999, Carsten Sellgrad
Letzte Aktualisierung am: 28.05.2008

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